Weitere Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier.
Teilen Sie uns Ihre Reisewünsche telefonisch oder bequem über unser Formular mit und erhalten Sie eine unverbindliche Offerte.
Mo – Fr: 09.00 – 20.00 | Sa: 09.00 – 16.00
Vereinbaren Sie eine persönliche Beratung mit unseren Reiseexpert:innen – per Videocall oder in einer unserer über 70 Filialen.
Sie haben bereits gebucht? Wir unterstützen Sie bei allen Anliegen rund um Ihre Reise – vor, während oder nach der Reise.
Andere sammeln Panini-Bilder. In Buchara sammelt man Monumente. Zumindest fühlt es sich so an. Kaum habe ich ein kunstvoll verziertes Portal bestaunt, wartet hinter der nächsten Ecke bereits das nächste prächtige Bauwerk, das mich in seinen Bann zieht. Irgendwann höre ich auf zu zählen und beginne einfach zu staunen.
Auf meiner Studienreise durch Usbekistan mit cotravel ist Buchara einer jener Orte, auf die ich mich besonders gefreut habe – und die meine Erwartungen bei Weitem übertroffen haben. Die über 2000 Jahre alte Oasenstadt war einst einer der wichtigsten Knotenpunkte entlang der legendären Seidenstrasse. Handelsleute, Gelehrte und Pilger aus aller Welt trafen sich hier, tauschten Waren und Wissen aus. Bis heute ist die Altstadt mit ihren rund 140 geschützten Baudenkmälern aussergewöhnlich gut erhalten und gehört wohlverdient zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Wenn mich jemand nach meinem persönlichen Höhepunkt fragt, muss ich nicht lange überlegen: das imposante Poi-Kalon-Ensemble. Als ich den Platz betrete, bleibt mein Blick sofort am Kalon-Minarett hängen. Fast 50 Meter ragt es seit dem 12. Jahrhundert über die Dächer der Stadt und diente einst sogar Karawanen als Orientierungspunkt. Daneben stehen die eindrucksvolle Kalon-Moschee und die Mir-i-Arab-Medrese – drei Bauwerke, die zusammen eine Kulisse schaffen, wie ich sie bisher nur von Bildern kannte.
Ich ertappe mich dabei, wie mir vor Freude Tränen in die Augen steigen und ich immer wieder ungläubig nach oben schaue. Die türkisfarbenen Mosaike, die filigranen Ornamente und die harmonischen Proportionen wirken aus der Ferne beeindruckend – aus der Nähe aber noch viel mehr. Je länger ich bleibe, desto mehr kleine Details entdecke ich. Genau solche Momente machen das Reisen für mich aus: Wenn Orte nicht einfach auf ein Foto passen und ein paar Klicks später schon wieder vergessen sind, sondern dazu einladen, stehen zu bleiben und innezuhalten. Erst so entfaltet sich ihre ganze Pracht – und auch 10 Minuten später habe ich mich nicht sattgesehen.
Doch Buchara besteht nicht nur aus berühmten Bauwerken. Besonders gerne verliere ich mich in den schmalen Gassen der Altstadt. Hinter geschnitzten Holztüren verbergen sich kleine Innenhöfe, in den überdachten Basaren duftet es nach Gewürzen und Kunstschaffende bearbeiten Kupfer, Holz oder Keramik mit einer bewundernswerten Geduld. Vieles wird hier auch heute noch von Generation zu Generation weitergegeben – und genau das macht den besonderen Charme der Stadt aus.
Auch die mächtige Ark-Zitadelle erzählt von Bucharas bewegter Geschichte. Über Jahrhunderte war sie Residenz der Emire und politisches Zentrum des Emirats Buchara. Nur wenige Schritte entfernt steht die elegante Bolo-Hauz-Moschee mit ihren kunstvoll geschnitzten Holzsäulen – ein schönes Beispiel dafür, dass nicht immer Grösse beeindruckt, sondern oft die Liebe zum Detail.
So überwältigend diese Gebäude auch sind – mein liebster Ort zum Verweilen ist der Lyab-i-Hauz. Rund um den historischen Wasserteich scheint ganz Buchara zusammenzukommen. Einheimische sitzen unter den alten Maulbeerbäumen, trinken Tee, spielen Backgammon oder unterhalten sich mit ihren Liebsten. Auch wir gönnen uns hier eine Pause und beobachten das bunte Treiben, während sich eine flauschige Katze neben mich auf einen Stuhl gesellt.
Gerade am Abend, wenn die Temperaturen endlich angenehmer werden und die historischen Fassaden in warmes Licht getaucht sind, entfaltet dieser Platz seinen ganz eigenen Zauber. Denn tagsüber kann die Hitze in Buchara – besonders in den Sommermonaten – sehr intensiv werden. Die hohen Temperaturen machen ausgedehnte Besichtigungen in der Mittagssonne ziemlich anstrengend. Daher empfehle ich einen Besuch im Frühling oder Herbst, wenn die Luft milder ist und die vielen Gassen, Plätze und Monumente ganz entspannt zu Fuss entdeckt werden können. Denn so macht die Entdeckungstour am meisten Spass.
Am Lyab-i-Hauz sitze ich schliesslich noch lange und beobachte das Leben rund um den Teich. Es ist einer dieser Momente, in denen ich vergesse, auf die Uhr zu schauen und stattdessen einfach das Hier und Jetzt geniesse. Ein weiterer Aspekt, den ich am Reisen liebe.
Was mich an dieser Stadt am meisten überrascht hat? Es sind gar nicht nur die berühmten Sehenswürdigkeiten. Es ist dieses Gefühl, das zwischen ihnen entsteht. Das langsame Schlendern ohne festes Ziel. Das leise Klappern des Geschirrs. Der Duft von frisch gebackenem Non-Brot. Das warme Abendlicht auf den türkisfarbenen Kuppeln. Und die Gelassenheit, mit der hier Geschichte und Gegenwart ineinanderfliessen.
Ich bin wegen der Bauwerke nach Buchara gereist. Nach Hause nehme ich aber etwas viel Wertvolleres mit: das Gefühl, dass Schönheit nicht immer spektakulär sein muss. Manchmal genügt ein Spaziergang durch jahrhundertealte Gassen, ein Gespräch bei einer Tasse Tee oder ein stiller Augenblick auf einer Bank vor einer Medrese. Buchara verzaubert nicht nur mit seiner atemberaubenden Architektur, sondern vor allem mit seiner Atmosphäre – und vielleicht ist genau das ihr grösstes Monument.
Wer Bucharas Magie und die faszinierende Welt der Seidenstrasse selbst entdecken möchte, erhält mit Kuoni Specialist cotravel die Gelegenheit dazu: Auf der Studienreise durch Usbekistan warten neben Buchara weitere Höhepunkte entlang der legendären Handelsroute. Spannende Einblicke in Geschichte und Kultur sowie die fachkundige Begleitung durch Helmut Köllner, einen ausgewiesenen Zentralasien-Kenner, machen diese Reise zu einem einmaligen Erlebnis.
Text & Bilder: Jan Gross
Erstveröffentlichung: Juli 2026