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«Die Karibik ist ein riesiger und äusserst vielfältiger Reiseraum – vergleichbar mit dem Mittelmeer. Sie besteht aus zahlreichen Inseln, unterschiedlichen Nationen und ebenso vielfältigen Kulturen. Die eine Karibik gibt es nicht: Stattdessen treffen Reisende auf eine beeindruckende Bandbreite an Destinationen, die sich teils stark voneinander unterscheiden. Entsprechend muss man sich auf ganz unterschiedliche Begebenheiten einstellen – von bescheidenen, bunt gestrichenen Wellblechhütten auf Barbados bis hin zur mondänen Einkaufsmeile von St. Barths mit Luxusboutiquen internationaler Marken.
Innerhalb dieser Region gibt es Häfen mit sehr guter Infrastruktur, die jedoch auch entsprechend stark frequentiert sind. Zu den bekanntesten zählen Destinationen wie St. Martin, St. Thomas, Cozumel oder Grand Cayman. Der Vorteil solcher Anlaufstellen liegt klar in ihrem breiten Angebot: gut organisierte Ausflüge, zahlreiche Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten und vielfältige Erlebnisse. Gleichzeitig geht mit dieser Infrastruktur meist auch ein höheres Besucheraufkommen einher.
Schon länger hatte ich den Wunsch, die Karibik einmal mit einem kleineren Schiff zu bereisen – um dieses besondere Yacht‑Feeling zu erleben, von dem viele sprechen. Dieses Gefühl bedeutet jedoch auch, bewusst auf grosse Häfen zu verzichten. Stattdessen legt man in kleineren Orten oder abgelegenen Buchten an, wo die touristische Infrastruktur überschaubar ist. Damit ist man stärker auf das Angebot der Reederei angewiesen – gewinnt dafür aber an Ruhe, Authentizität und Nähe zum Meer. Genau diese Aspekte machen den Reiz einer Yacht‑ähnlichen Reise in der Karibik aus» – Patricia Miller, Product Manager Kuoni Cruises.
Diese einwöchige Karibikreise an Bord der SeaDream II war keine klassische Kreuzfahrt – sondern eine Entdeckungsreise zu kleinen Inseln, versteckten Häfen und ruhigen Ankerplätzen, die grossen Schiffen meist verschlossen bleiben. Zwischen Barbados und Puerto Rico wartet eine Karibik, die authentisch, überschaubar und herrlich entspannt ist.
Die Route führte bewusst abseits der bekannten Touristenströme. Mit Ausnahme von Philipsburg auf St. Martin steuerte die SeaDream II auf dieser Reise ausschliesslich kleine, ursprüngliche Häfen an – darunter:
Gerade diese Auswahl macht den Reiz der Reise aus: Statt Terminals und Grossstadttrubel warteten überschaubare Orte, kleine Restaurants, bunte Häuser, ruhige Buchten und kurze Wege.
SeaDream Yacht Club steht für yachting‑orientiertes Reisen jenseits klassischer Kreuzfahrtkonzepte. Die Reederei betreibt mit der SeaDream I und SeaDream II zwei baugleiche Boutique‑Schiffe, die weltweit für ihre entspannte Eleganz, familiären Atmosphäre und Nähe zum Meer geschätzt werden. Mit maximal rund 110 Gästen an Bord liegt der Fokus klar auf Individualität, exzellenter Küche, familiärem Service und aussergewöhnlichen Routen abseits grosser Häfen. Charakteristisch sind das Ankern in geschützten Buchten, umfangreiche inklusive Wassersportangebote direkt vom Schiff aus sowie das konsequente „Yachting, not Cruising“-Konzept – barfuss, ungezwungen und zugleich auf hohem Niveau. Ein besonderer Schwerpunkt von SeaDream Yacht Club liegt auf sorgfältig kuratierten Routen in der Karibik und im Mittelmeer. Viele der Gäste an Bord sind Wiederholer, was der Atmosphäre eine besondere Vertrautheit verleiht. Bereits am Einschiffungstag wird deutlich, dass hier ein herzliches Miteinander zwischen Crew und Gästen gelebt wird – persönlich, ungezwungen und fernab klassischer Kreuzfahrt‑Förmlichkeit.
Die SeaDream II wurde 1985 gebaut und versprüht bis heute einen ganz besonderen Nostalgie‑Charme aus einer Zeit, in der Schiffsbau noch mit viel Liebe zum Detail verbunden war. Damals stach sie als Sea Goddess II für Cunard in See. Warme Materialien wie Teakholz und Messing sowie ein klassisches, maritimes Design prägen das Erscheinungsbild und verleihen dem Schiff eine elegante, beinahe zeitlose Ausstrahlung. Dieser Stil bringt jedoch auch Einschränkungen mit sich: Private Balkone gibt es an Bord nicht. Stattdessen verlagert sich das Leben ganz bewusst in die öffentlichen Bereiche, die zum zentralen Treffpunkt werden. Der Swimmingpool, die Top of the Yacht Bar und vor allem das weitläufige Sonnendeck bilden das Herzstück des Schiffes – Orte, an denen sich das entspannte Yacht‑Feeling am besten erleben lässt.
Als «Inseln unter dem Winde» (Leeward Islands) bezeichnet man jene Inseln der Karibik, die aus Sicht der vorherrschenden Passatwinde im Windschatten liegen. Sie befinden sich westlich der «Inseln über dem Winde» und zeichnen sich häufig durch ruhigere See, geschützte Buchten und ideale Bedingungen zum Ankern aus. Viele dieser Inseln sind klein, landschaftlich reizvoll und weniger touristisch erschlossen – perfekt für Yacht‑Routen und individuelle Entdeckungen abseits der grossen Kreuzfahrtströme.
Auch in der Karibik kann es regnen – diese Erfahrung machten wir bereits am ersten Hafen Le Marin in Martinique. Unser Plan war es, die bordeigenen Mountainbikes zu verwenden und zum Strand in Saint-Anne zu fahren. Zum Glück kannte ich die Insel schon von einer früheren Reise und somit verbrachten wir den Tag mit etwas Shopping und ein paar Drinks an Bord unserer Yacht.
Les Saintes gehört zu Guadeloupe und zählt zu den charmantesten Inselgruppen der Karibik. Die kleine Hauptinsel Terre‑de‑Haut begeistert mit einer malerischen Bucht, bunten Häusern im französisch‑karibischen Stil und entspannter, nahezu mediterraner Atmosphäre. Der überschaubare Ort lässt sich ideal zu Fuss erkunden, vorbei an kleinen Cafés, Boutiquen und dem Hafen. Les Saintes gilt zudem als eine der schönsten natürlichen Reeden der Karibik und ist ein perfektes Beispiel für ruhiges Inselleben abseits des Massentourismus.
Auf der Insel Nevis spazierten wir vorbei am Alexander Hamilton Museum zum Strand, wo wir uns eine Strandliege und einen Sonnenschirm mieteten. Wir erlebten echte karibische Gastfreundschaft in der «Sunshine Bar», die uns vom Cruise Director empfohlen worden war. Nevis ist eine ruhige, grüne Karibikinsel mit ursprünglichem Charme und deutlich weniger Trubel als viele ihrer Nachbarinseln. Das Landschaftsbild wird vom markanten Nevis Peak geprägt – einem erloschenen Schichtvulkan, der sich dominant aus der Inselmitte erhebt und Nevis seine üppige, fruchtbare Vegetation verleiht.
Nach der Rückkehr aufs Schiff konnte man die Wasserrutsche nutzen oder mit dem Bananaboat fahren – ein Riesenspass für Jung und Alt!
Auch Sint Maarten kannte ich schon von vielen Anläufen. Die Besonderheit der Insel ist, dass sie zweigeteilt ist: Im Norden befindet man sich im französischen und im Süden im holländischen Teil der Insel. Bei einem Aufenthalt von einem halben Tag lag meine Priorität beim Besuch des legendären «Airport-Beach». Maho Beach liegt in der Anflugschneise des Princess Juliana Airport. Flugzeuge im Landeanflug überfliegen den Strand in extrem niedriger Höhe – teilweise nur 20–30 Meter über den Köpfen der Badegäste hinweg. Dieses einzigartige Erlebnis hat den Strand zu einer legendären Attraktion für Flugzeug‑Spotter und Besucher aus aller Welt gemacht. Die Faszination packt jeden und ehe man sich versieht, befindet man sich in aufgeregtem Austausch mit anderen Schaulustigen.
Am gleichen Nachmittag ging es weiter nach St. Barths, dem Monaco der Karibik. St. Barths (Saint‑Barthélemy) gilt als eine der exklusivsten Inseln der Karibik und verbindet französisches Savoir‑vivre mit karibischer Lebensart. Der charmante Hauptort Gustavia beeindruckt mit seinem hübschen Hafen, Luxusboutiquen und erstklassiger Gastronomie. Trotz des mondänen Rufs bewahrt die Insel vielerorts eine entspannte Atmosphäre, traumhafte Buchten und Strände – ideal für einen stilvollen Landgang mit Riviera‑Flair inmitten der Karibik. Auch hier konnten wir der Versuchung nicht widerstehen, die spektakulären Landeanflüge der Propeller-Maschinen aus nächster Nähe zu beobachten: Der Flughafen befindet sich direkt oberhalb der Bucht von St. Jean und verfügt über eine Landebahn von nur rund 650 Metern Länge, die zudem an einem Ende unmittelbar am Meer endet. Piloten müssen im Landeanflug steil über einen Hügel hinweg ansetzen und können nur bei guten Wetterbedingungen landen. Es ist faszinierend zuzuschauen, wie die kleinen Propellermaschinen nur wenige Meter über einem Kreisverkehr die äusserst kurze Landebahn anvisieren.
Prickly Pear Island (British Virgin Islands) ist eine kleine, unbewohnte Insel nördlich von Virgin Gorda und gehört zu den Britischen Jungferninseln (BVI). Sie ist ein beliebter Ankerplatz für Yachten, da sie von flachem, kristallklarem Wasser und Korallenriffen umgeben ist. Infrastruktur gibt es kaum – meist nur eine einfache Strandbar oder temporäre Einrichtungen. Prickly Pear steht ganz im Zeichen von Strand, Schwimmen, Schnorcheln und Wassersport und verkörpert perfekt das entspannte Insel‑ und Yacht‑Feeling, das für SeaDream‑Routen typisch ist. Am Morgen hatten wir noch einen Landausflug über die Reederei gebucht: Über die steilen Strassen und Hügel ging es morgens um 8 Uhr zu The Baths in Virgin Gorda. Riesige, vom Meer glattgeschliffene Granitfelsen bilden Höhlen, Grotten und natürliche Pools direkt am Strand. Über schmale Pfade, Leitern und Durchgänge erkundet man dieses einzigartige Labyrinth aus Fels und Wasser – ein echtes Postkartenmotiv. Wir waren die ersten an der beliebten Ausflugsdestination – bis wir unsere Entdeckungsrunde beendeten, kamen die Ausflugsteilnehmer von grossen Schiffen erst an und mussten anstehen.
Zurück in Prickly Pear war es Zeit für Caviar in the Surf, eines der ikonischsten Erlebnisse von SeaDream Yacht Club. Dabei ankert das Schiff in einer idyllischen Bucht, während die Crew – oft sogar der Kapitän selbst – im Wasser steht und den Gästen eiskalten Champagner und frisch servierten Kaviar reicht. Barfuss im Meer stehend, umgeben von türkisfarbenem Wasser und tropischer Kulisse, verbindet dieses Event auf perfekte Weise ungezwungenen Luxus mit dem Yacht‑Lifestyle, für den SeaDream bekannt ist. Ein leckeres Barbecue-Büffet war für uns am Strand vorbereitet worden und der Rest des Nachmittags stand ganz im Zeichen von Strand und Sonnenbräunen.
SeaDream Yacht Club eignet sich besonders für Reisende, die eine entspannte, familiäre und ungezwungene Atmosphäre schätzen und bewusst auf klassische Kreuzfahrtkonzepte verzichten möchten. Die Schiffe sind älteren Baujahres und sprechen vor allem Nostalgiker an, die den Charme traditioneller Schiffsbaukunst mit Teakholz, Messing und maritimem Design zu schätzen wissen – auch wenn dies bedeutet, auf Balkonkabinen oder modernste Ausstattung zu verzichten. Ideal ist SeaDream für Gäste, denen Gemeinschaft, Nähe zum Meer, kleine Häfen und das Yacht‑Feeling wichtiger sind als Entertainment, Grösse oder formeller Luxus.
Erfasst am 8.4.2026
Text: Patricia Miller
Bilder: Patricia Miller, Sea Dream Yacht Club