Eine Zeitreise mit den Königinnen der Meere

Von der Queen Mary zur Queen Mary 2

Reisender

Christoph Lanz

Christoph Lanz, Schiffsliebhaber und Cunard World-Club-Gold-Member kehrte während seiner Reise zu den Ursprüngen der Königinnen der Meere zurück und erzählt mitreissend über die Geschichte der Cunard Line.

Eine wunderbare Reise,
die ich allen Schiffsliebhabern nur empfehlen kann!

 - Christoph Lanz, Transatlantik-Fan und Cunard World-Club-Gold-Member -

Ein Blick in die Vergangenheit

Viele Gäste, auch aus der Schweiz, haben seit 2004 mit dem fantastischen Transatlantikliner RMS Queen Mary 2 den Atlantik von West nach Ost oder umgekehrt überquert. Die Transatlantikpassage ist keine Kreuzfahrt, sondern auch heute noch eine anspruchsvolle Überfahrt auf dem Atlantik, die durch dieses Schiff auf eindrückliche und wunderbare Art überwunden wird.

Cunard stellt diese regelmässige transatlantische Verbindung seit 1840 sicher. Ausgangspunkt  war der Wunsch der britischen Regierung nach einem regelmässigen Postzustelldienst. Auf die Anzeige in der britischen «Times» meldete sich ein Herr Samuel Cunard aus Halifax, Kanada, welcher die Ausschreibung  gewann; seit damals dürfen Cunard-Schiffe die Bezeichnung «Royal Mail Service» (RMS) verwenden.

41 Jahre lang, von 1936 bis 1967, versah die Queen Mary zusammen mit ihrem Schwesterschiff Queen Elizabeth diesen Dienst auf dem Atlantik. Die beiden Cunard-Liner waren damals zusammen mit ihrer französischen Konkurrentin Normandie das Mass aller Dinge auf dem Atlantik und sie kämpften um das Blaue Band als schnellstes Schiff auf dieser Strecke. Die Normandie fiel bei Umbauarbeiten 1942 im Hafen von New York einem Brand zum Opfer, die Queen Elizabeth sank 1972 im Hafen von Hong Kong. Damit blieb als stolze Vertreterin der Goldenen Jahre auf dem Atlantik nur die Queen Mary übrig. 1000 Atlantiküberquerungen später stellte sie 1967 ihren Dienst ein und liegt heute in Long Beach, Los Angeles als Hotelschiff vor Anker.

Über Nacht zu Gast auf der ursprünglichen Queen

Eine Reise im Herbst dieses Jahres in die USA erlaubte es mir, in Long Beach die Queen Mary zu besuchen, auf diesem wunderbaren Schiff zu übernachten und sie eingehend zu besichtigen. Anschliessend fuhr ich mit der Queen Mary 2 von New York via Southampton nach Hamburg und hatte so eine gute Vergleichsmöglichkeit der beiden Queens.

Die Queen Mary in Long Beach bietet derzeit 354 ehemalige Erste-Klasse-Kabinen als Hotelzimmer an; darüber hinaus ist sie auch ein Museum und Ort zur Durchführung von Kongressen und Ausstellungen. Die Schiffsarchitektur beeindruckt immer noch sehr. Die elegant geschwungenen Linienführungen, die Ausgestaltung der Schiffsbrücke und das grosszügige Promenadendeck zeugen von einer majestätischen Grösse und Grandezza, welche die Menschen damals wie heute beeindruckt. Die Innenarchitektur ist durch den Art-Déco-Stil geprägt: edle Materialien bilden zusammen mit Metall oder Glas eine Einheit, welche durch ihre häufig stromlinienförmige Gestaltung die Aufbruchsstimmung und Moderne der 20er und 30er Jahre verkörpern.

Zahlreiche Hollywoodstars und königliche Häupter wählten bewusst die Queen Mary, um standesgemäss von Europa nach Amerika oder umgekehrt zu fahren: Marlene Dietrich, Audrey Hepburn, Liz Taylor, Fred Astaire, David Niven, der Duke und die Duchess of Windsor, der junge John F. Kennedy, Premier Winston Churchill und viele mehr. Die Queen Mary ist zu einem Symbol der transatlantischen Beziehungen zwischen Europa und Amerika geworden; all dies stärkt ihren Nimbus bis heute.

 

Eine Nacht auf der Queen Mary ist unvergesslich und die Atmosphäre lässt Erinnerungen an die früheren Zeiten hochkommen. Damals hatte man die Qual der Wahl zwischen einem Bad mit Süss- oder Salzwasser, was heute aber eingestellt wurde. In den Genuss von mit ornamentalen Kunstwerken zeitgenössischer Künstler verzierten Wänden und dem grandiosen Ausblick über den Schiffsbug von der Observation Bar aus, kommt man aber heute noch. Hingegen wurde die «3-Klassen-Gesellschaft» eingestellt, bei welcher man je nach gewählter Kabine nur bestimmte Bereiche auf dem Schiff nutzen durfte. 

Leider hat der Zahn der Zeit in Form des Rosts bei diesem Schiff seine deutlichen Spuren hinterlassen, und zahlreiche Einrichtungen und Installationen bedürfen der Reparatur und Erneuerung. Letztes Jahr wurde in einem Bericht auf gravierende Mängel hingewiesen, so dass die verantwortlichen Betreiber umgehend Sofortmassnahmen vornahmen. Doch es bleibt noch einiges zu tun. Dies trübt aber keineswegs den Höhepunkt der Queen Mary in Long Beach!

Eine Führung durch den Schiffsbauch, wo die gigantischen, leeren Tanks und Teile der imposanten Maschinenanlage sowie der Antrieb und die Steuerung besichtigt werden können, lässt Technikerherzen höher schlagen! Heute ist bei modernen Linern vieles elektrisch oder elektronisch gesteuert. Damals aber arbeiteten unzählige Matrosen,  Mechaniker und Ingenieure bei ohrenbetäubendem Lärm und grosser Hitze im Innern des Schiffs. Die Queen Mary ist zu einem grossartigen Schiffstechnik-Museum geworden, wo die frühere Technik und Mechanik noch erleb- und fühlbar ist. Zur Steigerung der Attraktivität des stillgelegten Schiffs bietet die Queen Mary heute sogar «Gespenster»- Führungen im riesigen Schiffsbauch an.

Transatlantik mit der Queen Mary 2

Einen Flug später in New York angekommen, bin ich an Bord der Queen Mary 2, die 2004 ihre erste Transatlantik-Reise antrat und nun auch mich von New York via Southampton nach Hamburg führt.

Ein Unterschied, der mich gleich begeistert, ist die Grösse und die Helligkeit des Schiffes. Die heutigen Kabinen sind  grosszügig mit Bett, Sofa, Schreibtisch, Beistelltisch und vielem mehr ausstaffiert.  Die meisten verfügen über einen Balkon, sodass man die See durch grosse Fenster bequem vom Bett aus beobachten kann. Die Materialisierung ist hell und angenehm; die stilvolle Holztäferung ihrer Vorgängerin war edel und elegant, aber im Vergleich zur heutigen Schiffsarchitektur wirkt diese eher düster.

Dazu kommt, dass zum Glück für uns alle die Technik und die Sicherheit grosse Fortschritte gemacht haben. Die Queen Mary 2 verfügt zusammen mit vielen weiteren Sicherheitseinrichtungen über ein fünffaches Radar, welches die Position von 40 Schiffen gleichzeitig erfasst. Beim Bau der Queen Mary  in den 30er Jahren fanden erst die ersten Versuche mit Radar statt.

Die Queen Mary 2 ist sich aber ihrer maritimen Tradition und Verantwortung gegenüber ihrer stolzen Vorgängerin sehr bewusst.  An zahlreichen Orten in den Gängen finden sich Memorabilien und Schautafeln der früheren Queen Mary. Berühmt sind die illustrativen  Grössenvergleiche mit dem damals im Bau befindlichen «Empire State Building», dem Eiffelturm, oder die Grösse der Schiffskamine, welche die Form von Tunnels haben, in deren Innerem sogar Dampflokomotiven genügend Platz haben könnten.

Ein weltweit bekanntes Erkennungsmerkmal haben beiden Queens als Teil der Cunard-Flotte aber gemeinsam:  Der imposante rotschwarze Schornstein. Bei der ersten Queen Mary waren es drei, die Queen Mary 2 verfügt noch über einen einzigen grossen Kamin.  

Christoph Lanz empfiehlt

Sie sind Schiffs- und vor allem Technikliebhaber und eine Transatlantikfahrt steht schon lang auf Ihrer Wunschliste? Fliegen Sie von Zürich nach Los Angeles, Übernachtung und Führung auf der Queen Mary in Long Beach, Besuch des California Science Center in Los Angeles mit dem Space Shuttle «Endeavour», anschliessend ein Flug nach New York mit Besuch des «South Street Seaport Museums» an der Südspitze Manhattans, um das restaurierte Segelschiff « Wavertree» zu besichtigen und die Hafenatmosphäre New Yorks zu spüren. Zum Abschluss die stilvolle Rückfahrt mit der Queen Mary 2 von New York nach Europa – ein wunderbares Erlebnis.

Text: Christoph Lanz
Bilder: Christoph Lanz, Cunard Line, Queen Mary Hotel

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