Corporate Responsibility

Tony Reyhanloo

Tony Reyhanloo ist Projektleiter Corporate Responsibility bei DER Touristik Suisse und Kontiki Reisen. Seit Lancierung der Uno-Ziele für nachhaltige Entwicklung ist es seine Vision und Mission, diese voranzutreiben: Zuerst in der Wissenschaft, dann in der Beratung, Entwicklungszusammen-Arbeit und nun im Tourismus. Die Komplexität und Herausforderungen dieses Sektors schrecken ihn nicht ab, im Gegenteil – sie spornen ihn an.

Unser Engagement zum Thema Menschenrechte im Tourismus

DER Touristik Suisse ist als einziges Schweizer Reiseunternehmen Mitglied der internationalen Multistakeholder-Initiative «Roundtable Human Rights in Tourism». Diese setzt sich dafür ein, dass das Thema Menschenrechte entlang der touristischen Wertschöpfungskette beleuchtet und sichergestellt wird. Ende 2019 wurde dazu in Thailand und Myanmar eine Fallstudie durchgeführt. Was konkret untersucht worden ist und was das für uns als Unternehmen bedeutet, erklärt Corporate-Responsibility-Manager Tony Reyhanloo im Interview.

 

Tony, erkläre uns bitte kurz den Hintergrund des Roundtable Human Rights in Tourism (kurz RT).

Der RT ist eine Multistakeholder-Initiative zur Förderung der Menschenrechte im Tourismus, der als gemeinnütziger Verein organisiert ist. Im Grunde heisst das, dass viele verschiedene Interessenvertreter im Tourismus an einen Tisch zusammenkommen, um gemeinsam den Austausch zu fördern wie auch Projekte und Studien zu lancieren. Mit dabei sind unter anderem Reiseveranstalter, Non-Profit-Organisationen und Verbände.

 

Welche Rolle tragen wir im RT?

DER Touristik Suisse ist seit Anfang an aktiv dabei und als Gründungsmitglied im Vorstand. Die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht ist für unser Unternehmen ein wichtiges Thema, welches auch medial und gesellschaftlich immer mehr an Beachtung gewinnt. Mit der Fallstudie in Thailand und Myanmar wurde ein wichtiger Meilenstein gesetzt.

 

 

Was genau war Ziel der Fallstudie?

In der Studie wurde jedem Akteur im Tourismus eine Stimme gegeben: von den Tour-Guides, Hotels, Gewerkschaften, NGOs, Verbänden, Stiftungen, DMCs, Zertifizierungsorganisationen bis hin zu lokalen Gemeinschaften und indigenen Völkern. Mit all diesen Anspruchsgruppen haben wir Interviews und Workshops durchgeführt.

Ziel war es, zu untersuchen, wie sich die sozialen Einflüsse des Tourismus – positiv wie auch negativ – auf ihre Lebensumstände auswirken. So können wir Menschenrechts-relevante Themen besser identifizieren und konkrete Massnahmen in unserem Wirkungsbereich festlegen. Angefangen und beendet haben wir die Studie mit einem Kick-off bzw. Abschluss-Event bei den schweizerischen Botschaften in Bangkok und Yangon.

 

Weshalb die Länder Thailand und Myanmar?

Thailand ist unsere Nummer-eins-Destination in Asien. Das heisst, dass wir in Thailand von all unseren Reiseländern die grösstmögliche Hebelwirkung mit unserem Engagement erzielen können. Analog ist dies der Fall beim Reiseveranstalter Studiosus mit Myanmar.

 

 

Welche Schwerpunktfelder wurden identifiziert?

Wir befassen uns hauptsächlich mit den folgenden vier Schwerpunkten: faire Arbeitsbedingungen, Schutz von Natur- und Lebensräumen, Bewahrung von kultureller Identität sowie Schutz vulnerabler Individuen und Gruppen. Weitere Themen sind beispielsweise die moderne Sklaverei, sexuelle Ausbeutung oder Landraub, welche wir zusammen mit dem RT an-sprechen werden.

 

Was waren deine Schlüsselerkenntnisse aus den Gesprächen?

Eine Schlüsselerkenntnis war, dass alle Anspruchsgruppen unterschiedliche Bedürfnisse haben und auf unterschiedliche Art und Weise zu Lösungs-ansätzen beitragen. Zudem hat es mich bestärkt, dass wir mit vielen von uns durchgeführten Massnahmen auf dem richtigen Weg sind, sei es mit Zertifizierungen oder Schulungen. Und manchmal, Hand aufs Herz, reichen diese nicht aus und wir müssen neue Ansätze finden. Trotz Herausforderungen stiessen wir in Thailand auf ein gutes Momentum für positiven Wandel.

 

In welchen Bereichen siehst du besonders grosses Potenzial?

Grosses Potenzial im Sinne von Synergien erwies sich in Nachhaltigkeits-Zertifizierungen. Ist ein Hotel zum Beispiel mit dem Label Travelife ausgezeichnet, werden diverse Aspekte beleuchtet. So werden gleichzeitig auch Mindestanforderungen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen erfüllt.

Ebenso bei einer ehrlichen Auseinandersetzung mit der Frage, ob und wie Schul- und Waisenhausbesuche ethisch vertretbar sind. Gleich auch die «Völkerschau» von indigenen Völkern, weil bei dieser Thematik oftmals die Nachteile die Vorteile überwiegen. Hier ist es wichtig, dass die lokale Bevölkerung integriert wird und ein Mitstimmrecht erhält.

 

Zum Abschluss: Welche war die eindrücklichste Begegnung?

Definitiv diejenige mit den Seenomaden, einem indigenen Volk nahe Phuket. In Erinnerung bleiben wird mir, als wir nach einem erfolgreichen Workshop alle Teilnehmenden zum Mittagessen einluden. Trotz akribischer Vorbereitung für die interkulturelle Begegnung sind wir ins Fettnäpfchen getreten: Entsetzen stand ihnen ins Gesicht geschrieben, als zur Vor-speise Salat serviert wurde. Auf meine Frage, was nicht in Ordnung sei, bekamen wir zur Antwort: «Wir essen keinen Salat, sowas geben wir unseren Schweinen!» Man lernt eben nie aus (lacht).

 

Die Fallstudie steht online auf humanrights-in-tourism.net zum Download

 

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