Phuket kompakt

6 Kinder, 5 Erwachsene, 1 thailändische Insel

Autorin

Martina Bortolani

Martina Bortolani, 38, wurde Journalistin, weil sie glaubte, dass diese vor allem reisen. Und dabei verwegen in Laptops tippen, um ihre brisanten Berichte aus der ganzen Welt in die heimischen Redaktionen zu übermitteln. Sie arbeitete nunmehr fast 15 Jahre auf der Redaktion der Zürcher SonntagsZeitung — und reiste nur ganz selten herum für die Arbeit. Jetzt hat sie sich selbstständig gemacht, und auf der Liste ganz zuoberst steht: Gute Journalisten müssen die Welt eben doch sehen. 

Wo Familien, die Familienfreundlichkeit schätzen, aber nicht auf eine Prise Glamour verzichten möchten, am schönsten am süssen Kelch des Paradieses nippen. 

Dieser pudrige Sandstrand hat es in sich. Besonders auf Phuket. Nachdem das thailändische Militärregime letztes Jahr damit begonnen hat, die öffentlichen Strände auf Thailands grösster und bei den Schweizern beliebten Ferieninsel zu «säubern», waren viele verunsichert. Allen voran die Touristen, die sich fragten, weshalb an Phukets Stränden plötzlich alle Liegestühle, Sonnenschirme, Restaurants und Liegestuhlvermieter aus den Touristenzonen verbannt wurden. Die privaten Bar- und Restaurantbesitzer — darunter auch Betreiber von traditionellen, thailändischen Gar-Küchen — wurden vom Strand zurückgedrängt oder ganz geschlossen. Das Militär wollte damit der Korruption Einhalt gebieten, aber leiden traf es damit mitunter auch die Falschen. 
Auf der anderen Seite muss man der Situation vor Ort zu Gute halten, dass die meisten Strände mit den reduzierten Liegestuhlreihen wieder viel von ihrer Ursprünglichkeit zurückgewonnen haben. Diese Situation tangiert das Hotel The Surin aber nur am Rande. Seit je her gilt dieser Strand, an dem das beliebte Hotel liegt, als einer der schönsten der Insel. Wo sich in der letzten Saison aber noch zehn Reihen Liegen dicht aneinander pferchten, ist es heute nur noch eine. Das macht auch hier etwas aus, denn es öffnet den Blick. 

Eingebettet in eine spektakuläre, tropische Lagune mit dichten, dunkelgrünen Kokospalmen und mit Frontalsicht auf den Horizont des Indischen Ozeans, der an das andamanische Meer grenzt, startet der Tag am Strand des The Surin sogar mit einem richtigen italienischen Espresso. Grund dafür ist, dass der Küchenchef ein waschechter Italiener ist. Er liess bei seiner Einstellung als erstes eine industrielle Kaffeemaschine aus der Heimat einfliegen. Das ist zwar nicht ausgesprochen authentisch, doch im ferientechnischen Sinne komfortabler geht es kaum. Bei tropischen 32 Grad, mit der International New York Times vor einem und mit klassischer Musik im offenen Frühstücksfoyer, startet man ausgesprochen weltbürgerlich in die Ferientage. Das Frühstücksbuffet kann in Sachen Auswahl, Frische und Qualität kaum getoppt werden. Einzig vielleicht mit diesem Extra aus der Karte, die man unbedingt kosten sollte: Zwei Knäckebrotscheiben auf dezent gesalzenen Cherry-Tomaten, mit frischer Avocadopaste bestrichen und mit dünn geschnittenen Gurkenscheiben drapiert. Darüber drückt man sich eine frische Limette aus — und «Sawadee kha» Thailand! 
 

Für unsere Konstellation, bestehend aus fünf Erwachsenen und sechs Kindern ist das Hotel die ideale Option für den ersten Teil unserer 16-tätigen Thailandreise. Hier ist nämlich genau in der richtigen Mischung «etwas los», und man trifft auf einen sehr angenehmen Gästemix — vom schwulen Paar aus Paris bis zur mehrköpfigen Familie aus dem Emmental. Man kann also auch als Mutter am Pool entspannen, während die Kinder Poolsprünge im Endlosmodus üben. Hier zu übernachten, lohnt sich aber auch wegen der Architektur: Der schicke Bau aus den späten Siebzigerjahren mutet an wie eine James-Bond-Location. Es dominieren dunkles Holz in Kontrast mit Stein, Bambus und anderen inseltypischen Materialien. Acht Giraffenhohe, dunkle Holzsäulen stützen das Zentrum des Hauptgebäudes und lassen es majestätisch wirken. Unser aller Favorit ist aber die schwarze Farbe des achteckigen Pools. 
 

Über den Hang, der den Pool umgibt, verteilen sich die individuell gestalteten Cottages — es sind Häuslein mit einer ganz speziellen Ausstrahlung, in denen man wohnt. Auf eigentümliche Art strahlen sie eine sehr gute Energie aus; man fühlt sich hier sofort wie Zuhause. Das Interieur in diesem Luxushotel ist durchkomponiert, stylish und kommt doch ohne neureichen Schnickschnack aus; diese Ferienanlage ist wirklich eine optische Offenbarung — im physischen wie im haptischen Sinne. Einzig ältere Leute oder Menschen, die nicht gut auf den Beinen sind, sollten hier nicht unbedingt buchen. Die Anlage mit ihren 103 Cottages und Beach-Suiten ist so angelegt, dass sie nur über viele, steile Stufen erklimmbar ist. Jeden Tag überwinden wir genau 121 Treppenstufen, um vom Zimmer an den Strand und wieder zurück zu gelangen. Das ist für uns ein willkommenes Work-Out, für andere aber gewiss ein Hindernis. 

Claude Sauter, der seit dem 1. Juli 2014 amtierende General Manager und gebürtiger Westschweizer, ist ein gelassener Mensch mit Schalk im Gesicht und einer Ausstrahlung, die einen sofort entspannt. Es eilt ihm übrigens der Ruf voraus, dass er alle Online-Gästekommentare persönlich beantwortet. Kein Wunder, wirkt sich dieses genuine Engagement auf das ganze freundliche Personal aus. Kein Wunder hat das The Surin überdurchschnittlich viele Stammgäste. Claude Sauter sagt dazu: «Wenn Touristen aus Europa einen so langen Weg auf sich nehmen, um Ferien zu machen, dann sollen sie sich hier auch wie im Paradies fühlen». Nach einer Woche im Traumresort am Pansea-Beach auf Phuket fühlt man sich diesem tatsächlich ein Stück näher. 

Auch wenn wir, zugegeben, nicht wirklich ausgedehnte Touren ausserhalb des Hotelkomplexes unternommen haben, darf man die vielen Gesichter der Insel Phuket nicht unterschätzen. Es gibt hier eine reiche, zivilisierte Kultur mit diversen Lebens- und Wohlstandsformen. Vom tiefenentspannten Hippie-Dorf mit Yogaaussteigern im Süden über den wirtschaftlich wichtigen Westen mit seinen Hotellerie-Komplexen. Der Rest der Insel wird dominiert von einer Gesellschaft authentischer Thais, die Touristen massieren, einem Handwerk nachgehen, Taxi fahren, fischen und immer intensiv aber nie aufdringlich ihren vorwiegend buddhistischen Ritualen huldigen. Oder dann noch fast nebenbei in einer Gar-Küche Delikatessen hin zaubern, die den Touristen das Herz erwärmen. Eine Familie sei an dieser Stelle besonders erwähnt: Wenige Gehminuten südlich des Nikki Beachs liegt ein Geheimtipp: Versteckt und nach hinten versetzt, muss man nachts einfach den Weg zu den leuchtenden Girlanden-Ketten finden. Hier betreibt eine reizende Familie — von der Grossmutter bis zum Knirps — ein Mini-Lokal in dem man ungelogen das wohl beste Pad Thai ganz Südostasiens isst. Für 250 Bath, rund 8 Franken, sitzt man auf Bambusstühlen unter freiem Himmel, ab und zu schwirrt einem ein drolliger Käfer um die Ohren und zu Grillen-Gezirpe trinkt man ein kaltes Singha-Bier und ist einfach nur glücklich. 
Als nächstes steht ein mehrtägiger Ausflug auf die nahegelegenen Insel Ko Yao Yai auf dem Programm — mit dem Boot besichtigen wir die umliegenden Inselchen und den Nationalpark. Nach diesen Tagen, die wir schnorchelnd und buntes Meeresgetier bestaunend verbringen, kehren wir zurück nach Phuket, wo wir unsere inspirierende Reise mit einem besonderen Abschluss krönen. Im Südwesten der Insel am Kamala Beach liegt leicht erhöht eine Hotelanlage, die mit ihren fünf Sternen zu den besten Adressen für anspruchsvolle Thailand-Reisende gehört. Das Andara Resort & Villas bietet Highend-Service, Privatsphäre und Diskretion. Schon beim Empfang wird uns klar, warum das Andara als das Hotel auf der Insel gilt: Der General Manager des Hotels Daniel J. Meury (seit acht Jahren im Haus) und sein Resident Manager Pascal Frei (seit zwei Jahren hier), beides gebürtige Schweizer, sind der Grund. Frei ist mit einer Thailänderin verheiratet und waltet als Vorsitzender der «Swiss Thai Community» auf Phuket. Meury, ursprünglich auf einem Bauernhof aufgewachsen, erkundet seit mehr als zwei Jahrzehnten als leidenschaftlicher Globetrotter die Welt und gilt als Freigeist aus Überzeugung. Beide haben in Luzern und Lausanne studiert, und zusammen bilden die beiden Herzblut-Hoteliers mit ihrer professionellen und grosszügigen Gastfreundschaft den Herzschlag des Hauses.

Man legt uns zur Begrüssung wunderschöne Blumenketten um den Hals, reicht uns in Zitronengras und Ingwersaft getränkte Erfrischungstücher, und dann checken wir ein in drei private Family-Villen. Ein Erlebnis der dritten, wenn nicht vierten Art: Sprachlos folgen wir in die uns zugeteilten Häuser. Jede Familie residiert in einer rund 150 Quadratmeter grossen Super-Loft. Ganz nonchalant und mit einem Schmunzeln auf dem Gesicht bemerkt Daniel J. Meury dann während der ersten Führung, dass wir uns «doch jetzt noch einen Stock höher umsehen sollen». Wir fragen uns, was diese eindrückliche Herberge noch zu überbieten vermag? 

Von der Luxuswohnung aus führt nämlich eine private Treppe hoch auf das Dach — und dort befindet sich ein privater Pool. Drei feudale Holzliegen, eine geschützte Aussendusche und eine riesige Chillout-Liege flankieren das Schwimmbad, in das die Kinder — sofort den auf noble Zurückhaltung ausgerichteten Verhaltenskodex eines Fünfsternehauses missachtend — unter grossem Gekreische springen. Gottlob, sind wir hier privat! 

Für den Begrüssungs-Apéro führt uns die sofort freundschaftliche, aber immer professionell-souveräne Combo Meury/Frei in die berühmte «Villa 29», die zuoberst am Hang der Hotelanlage liegt. Ein spektakuläres 10-Zimmer-Refugium, indem schon die Boygroup «One Direction» oder das Hollywood-Starlet Kim Kardashian und deren Entourage genächtigt haben. Ein ausführlicher Rundgang durch diese Herberge der Superlative lässt uns keinen Moment daran zweifeln, dass sich hier auch ganz grosse Nummern wohl fühlen. Von der Terrasse aus öffnet sich der Blick weit über die Kamala-Bucht, und von hier aus sieht man direkt zur privaten Villa des Hotelbesitzers des Andara, dem Magnaten Dr. Allan Zeman, hinüber. Der in Deutschland geborene und in Kanada aufgewachsene Business-Mogul ist Vorsitzender der LKF Group. Zeman, der als jüdischer Sohn in bescheidenen Verhältnissen aufwuchs, legte den Grundstein zu seiner spektakulären Karriere, indem er Kleider in Hong Kong vertrieb. Von Hong Kongs Nachtleben nicht besonders inspiriert, beschloss er Anfang der Achtzigerjahre, die chinesische Hafenmetropole mit ein «paar Lokalen» aufzupimpen – mit durchschlagendem Erfolg. Er wird nicht umsonst als «Vater von Lan Kwai Fong» bezeichnet. Die kleine Strasse gilt als Soho von Hong Kong. Mit der Eröffnung angesagter Bars, Clubs, Restaurants und Geschäften, hat Zeman die Ausgehkultur dort nachhaltig mitgeprägt. Vor einigen Jahren übernahm er dann das Andara auf Phuket. Seither gilt das Hotel als glamouröser Spot der Highsociety. Zeman selber lebt, wenn er die Insel besucht, zurückgezogen vis-à-vis des Hotels in seinen privaten Gemächern. 
 

Er weiss mittlerweile, dass er sich auf die gut vernetzte Schweizer Führungsequipe im Andara verlassen kann. Meury und Frei führen Zemans Haus mit gründlicher Schweizer Perfektion aber vergessen dabei nie, dass es auch einen Touch Rock n’Roll braucht, um international erfolgreich zu sein. Das Haus bietet wirklich alles, was das Herz begehrt: Eine bemerkenswerte Gastronomie mit der sicher besten Weinkarte auf der ganzen Insel. Und für uns gegen das Ende unserer Ferien hin besonders relevant: einen tollen, engagiert geleiteten Kinderclub. 

Das entlastet die Eltern nach zwei Wochen Familienferien dann doch auf angenehme Art und Weise. So sitzen wir bis spät nachts zusammen auf dem Dach an unserem privaten Pool, hören unseren favorisierten Feriensong «Don’t Worry» von Madcon und zählen wehmütig die Stunden bis wir wieder zurück in die Heimat fliegen. Fliegen müssen! Denn im Traumhotel Andara mit all seinen angenehmen Begebenheiten — bei Buddha! — würden wir unseren Aufenthalt nur liebend gern um weitere zwei Wochen verlängern. 

Fotos: Hotel The Surin, Andara Resort & Villas, iStock
Diese Kooperation wurde mit freundlicher Unterstützung der Hotels The Surin und Andara Resort & Villas realisiert.

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