Von Zeitreisen, Kopfreisen und wirklichen Reisen

Ein wortakrobatischer Kuoni Kundenevent mit Pedro Lenz

Autorin

Evelyne Owa

Im Nachtzug durch Ägypten ruckeln, auf einer Gulet die türkische Küste umsegeln oder ein Flussbad in Nigeria nehmen? Evelyne Owa ist der beste Beweis, dass das auch mit einer fünfköpfigen Familie geht. Die 37-jährige Winterthurerin studierte Tourismus und Kommunikation — und bringt heute als Content Managerin für Kuoni Reisegeschichten zu Papier. 

Pedro Lenz lesen ist das eine. Pedro Lenz lesen hören, das andere. Da kommt Schalk, Theatralik und ein Gespür für Rhythmus und Dramatik zum Vorschein. Das Aussergewöhnliche im Alltäglichen ist sein Thema. Er erzählt banale Geschichten auf Berndeutsch, die jedoch so voller Emotionalität und Tiefgang sind, dass man nicht anders kann, als fasziniert zuzuhören. Oder zu lachen. Oder Wehmut zu verspüren. So erging es auch den mehr als 50 geladenen Kuoni Kunden, die sich an einem nasskalten Novemberabend in der Schlosserei Genussfabrik in Olten einfanden. Was hat ein Mundart-Schriftsteller, dessen Geschichten meist im vertrauten Umfeld angesiedelt sind, übers Reisen zu erzählen? Eine ganze Menge, wie die Gäste bald erfuhren. 

In Merkels Limousine

Obwohl Pedro Lenz ganz in der Nähe, am gegenüberliegenden Aare-Ufer, zuhause ist, fährt ihn an diesem Abend ein Chauffeur in einem schwarzen Audi in die Schlosserei. Das sind für ihn Minuten zum Durchatmen, geniesst er doch den beheizten Massagesitz und eine Erfrischung aus dem Kühlschrank an Bord. So wie vor ihm Angela Merkel. «In dieser Limousine liess sich die Bundeskanzlerin früher durch Berlin chauffieren», weiss Besitzer René Erlachner, Inhaber des Kuoni Partners Erlachner AG. Die Firma stellt an diesem Abend ihren Airport Shuttle vor — einen Limousinentransfer an den Flughafen, den man rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr in Anspruch nehmen kann. 

Als die ersten Gäste eintreffen und von Flavio Giorgetti, dem Lernenden der Kuoni Filiale Olten, herzlich begrüsst werden, wärmt sich der Schriftsteller bereits bei einem Espresso an der Bar auf. Backsteinwände, grosse Fensterfronten, verpackte Schinkenkeulen, die von der Decke hängen. Der Raum ist effektvoll ausgeleuchtet, Spotlights zaubern lila und blaues Licht auf die Wände, Kerzen sorgen für Behaglichkeit. Es ist ein Leichtes, mit Pedro Lenz ins Gespräch zu kommen. Er sei nicht der grosse Reisende, meint er. Doch dann erzählt er von Reisen an Literaturfestivals in Georgien, Lettland und der Ukraine und davon, wie verloren er sich dort ohne Guide vorgekommen wäre. Und weil es bei Kuoni Ferien gibt, in denen man alles vergisst, erinnert er sich an ein Erlebnis in den USA, als er bei der Autovermietung feststellte, dass die Kreditkarte zuhause geblieben ist. Dank seinem Motto «Nur Bares ist Wahres» fand der Roadtrip dann doch wie geplant statt — er hatte 1000 Dollars dabei, die er als Depot hinterlegte. 
 

Immer mit dem Car und ein Faultier auf der Strasse

Nach dem Apéro begeben sich die Gäste in den Seminarraum im Obergeschoss, mit Blick auf die Altstadt von Olten und ein Flüsschen, das weiter vorne in die Aare fliesst. Niemand nimmt mehr Notiz von der Umgebung, als Pedro Lenz zu erzählen beginnt. Da sind die zwei Verkäuferinnen, die sich in der Zigarettenpause über die immergleichen Ferien der einen am immergleichen Ort an der Costa Brava unterhalten. Mit dem Car. Ob das nicht langweilig sei, fragt die andere hartnäckig nach. Doch, aber immer etwas Neues wäre stressig. Und wenn sie auswählen könne zwischen Langeweile und Stress, da sei ihr Langeweile halt lieber. Da ist der Toni, der immer wieder nach Rumänien reist und nach seiner Rückkehr immer dasselbe erzählt: dass ein Kaffee dort fast nichts koste. Da ist die Dame, die krampfhaft nach dem Namen der Insel sucht, wo ihr Sohn gerade am Reisen ist: 
 

« Das sig doch nid so schlimm, het die angeri wieder wöue tröschte, si säuber, si heig ou immer es Gschtürm mit dene exotische Deschtinatione, grad chürzlech heig si wieder Ontario und Ohio verwächslet. «Mit O», het disi ufgregt gseit, es sig en Insle mit O, jetz chöms ere de grad wieder i Sinn. «Ouschtralie?» «Ganz genau, z Ouschtralie isch er, der Alex, z Ouschtralie! »

Berührend, unterhaltsam und witzig zugleich: die Geschichte «In Zaire», eine Zeitreise in die Jugend, die wie ein Poetry Slam daherkommt. Dazwischen entführt Co-Filialleiter Martin Gass in die Kuoni Reisewelt und präsentiert unvergessliche Reisemomente der Spezialisten Dorado Latin Tours, Kuoni Cruises, Kontiki, Private Safaris und asia365. Zum Beispiel das Faultier, das sich in Costa Rica auf der Strasse ausruhte und ein Verkehrschaos auslöste. 
 

Bei Tapas, Sushi und der Frage, wann man in seinen Ferien schon einmal alles vergessen hat, klingt der Abend aus. Pedro Lenz, ein Weinglas in der Hand, vertieft ins Gespräch mit Kuoni Gästen. Zwischendurch signiert er ein Buch, das ihm jemand hinhält. Der Stargast — der in den Ferien auch mal alles vergisst. 
 

Fotos: Evelyne Owa
 

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