Gross – Mittel – Klein: Die besten britischen Open-Airs

Glastonbury, Wilderness, No. 6: Lass uns die Zelte packen!

Autor

Michael Sullivan

Michael Sullivan ist in Südwales aufgewachsen und lebt momentan in Gloucestershire, Grossbritannien und ist dort als Grafik-Designer und Fotograf tätig. In seiner Freizeit erkundet er gerne neue Orte und sammelt alte Kameras.

Glastonbury Festival of Contemporary Performing Arts:

Glastonbury kennt man weltweit als eines der bedeutendsten Festivals für Musik und darstellende Kunst. Es findet auf Ackerland in Somerset, im Südwesten Englands statt. 

Als ich Glastonbury das erste Mal besuchte, kam ich in den frühen Morgenstunden vor dem Wochenende dort an. Ich folgte dem Leuchten von Lichtergirlanden, passierte Hunderte von Zelten, bis ich schliesslich auf meine Freunde traf. Zu Beginn waren meine Sinne etwas überfordert – es fühlte sich an wie in einem fremden Land in das Chaos und die Aufregung eines Karnevals einzutauchen. Ich sah am Horizont tausende Lichter flackern und fragte mich, wo das Gelände wohl aufhörte. 

Dieses Festival ist gigantisch gross, was das Angebot sehr vielfältig macht. Es gibt unzählige unterschiedliche Bereiche und musikalische Stilrichtungen, die erkundigt werden können – es herrscht die Qual der Wahl im Übermass. Obwohl das Festival auf Ackerland stattfindet, fühlt es sich manchmal an wie eine Grossstadt während der Rushhour – aber man findet überall Ecken, wo man der Hektik und den Massen entkommen kann. Mein Lieblingsort dafür ist das «Tipi Field», wo sich in einem Tipi ein Café namens Pacha Mama befindet. Auch wenn es regnet, ist es der ideale Ort um sich am Lagerfeuer mit einem heissen Getränk aufzuwärmen. 

Neben den vielen arrivierten Musikern und Bands gibt es weiteres zu entdecken. Mein Favorit ist das «Circus Field» auf dem man talentierten Akrobaten, Clowns, Cabarets und am Abend Feuershows zuschauen kann. Auch die «Park Stage Area» ist ein beliebter Spot: auf dem Damm versammeln sich Menschen, um etwas zu entspannen und die Aussicht auf das Festival zu geniessen. An einem klaren Abend ist die Stimmung und Sicht während dem Sonnenuntergang spektakulär. Wer keine Höhenangst hat, kann zusätzlich auf den Aussichtsturm klettern. 

Natürlich kann man Glastonbury anhand der Auftritte planen – aber die Schönheit dieses Festivals liegt in meinen Augen darin, dass die faszinierendsten Acts immer den Weg zu dir finden. 

Wilderness Festival:

Das Wilderness Festival ist im Vergleich zu Glastonbury eher ein Bijou. Es findet in einem 800 Jahre alten Wildpark voller pittoresker Seen in Oxfordshire statt. Zunächst verstecken sich die Seen – sie befinden sich umgeben von hohen Bäumen in einem kleinen Tal, und trennen den Campingbereich vom Unterhaltungsbereich. 

Es sind bescheidene kleine Seen, aber in meinen Augen sind sie die Stars dieses Festivals. Während des Tages sind sie die Hauptattraktion, wenn sich bei schönem Wetter die Besucher an den Ufern versammeln und sich abkühlen. 

Ein Highlight an den Seen ist «The Lakeside Spa». Mit Holz angefeuerte Hot Tubs sind am Ufer verteilt, es gibt sogar eine fassförmige Sauna – der perfekte Ort um bei einem Glas Champagner zur Ruhe zu kommen.

Wilderness ist ein eher kleines Festival in einer ruhigen Umgebung – das inspiriert dazu, zu entspannen und tagsüber etwas durch das Areal zu wandern. Zelte, die sich dem Wohlbefinden widmen, Do it yourself-Workshops, philosophische Referate und gastronomische Höhepunkte überschatten beinahe die musikalischen Auftritte. Aber auch hier gibt es abends genügend Aufregung: mit Pub-Zelten, Cocktail Bars und Tanzpartys im «The Hidden Valley». 

Festival No. 6:

Das Festival No.6 findet erst seit 2012 in Portmeirion (North Wales) statt – aber obwohl es so jung ist, fühlt es sich an als wäre es ein schon lange etabliertes Open-Air. Die Organisation läuft reibungslos, mit grosser Liebe zum Detail und einer packenden Atmosphäre. 

Vermutlich hat das sonnige Wetter geholfen: Der Rahmen dieses Festivals erstaunte mich konstant. Die Aussicht auf die Bergkette des Nationalparks Snowdonia begrüsste mich – beim Aufstellen meines Zeltes stellte ich sicher, dass ich eine unverbaubare Aussicht auf die Berge hatte. 

Obwohl diese walisischen Berge die Landschaft dominieren, geht es nicht nur darum: es gibt auch einen wunderschönen Sandstrand, Waldspaziergänge, ein Schloss und ein pastellfarbenes Dorf. Portmeirion ist jedoch kein typisch britisches Dorf. Sir Clough Williams gestaltete es mit der Vision eines mediterranen Küstendorfes im Kopf. Die lebendigen und bunten Details sind so theatralisch, dass das Dorf einfach Teil eines solchen Festivals werden musste. 

Es gibt hier verschiedene unterschiedliche und innige Ecken, um die Musik zu geniessen. Die Hauptbühne wird von einer ausserordentlichen Sicht auf die Mündung umgeben, kleinere Bühnen verstecken sich im Wald. 

No.6 is ein kleines Open-Air, aber es steckt voller Stil, Faszination und Eskapismus. Während Becks Auftritt 2014 meinte er: «Das ist das coolste, surrealste, irrste, ausgeflippteste, beste Festival der Welt!»

Fotos: Michael Sullivan

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