Sawasdee in Thailand

Vom Essen auf Bangkoks Strassen, goldenen Buddha-Statuen und Stränden, die man am liebsten nie mehr verlassen möchte

Reisender

Chris Stöckli

Seine Faszination für fremde Länder spülte Christian Stöckli schon früh in die Arme des Tourismus. Hier fühlt er sich pudelwohl: ist er doch der Branche seit seiner Ausbildung mit Herz und Seele treu. Seit 15 Jahren arbeitet der Zürcher als Product Manger und Einkäufer für die Destination Südostasien, davon bald drei Jahre bei Kuoni. Fünf Jahre verbrachte er in Bangkok, wo er auch seine Frau Nim kennenlernte.

Das Singha-Bier ist schon fast zu kalt für die Hand. Eine Wohltat, nach dem heissen Tag. Familie Stöckli hat die Füsse im Sand vergraben und blinzelt zufrieden in die untergehende Sonne — eine riesige glühende Kugel am Horizont, die farbenfrohe Streifen an den Himmel zaubert und langsam Scheibe um Scheibe an das Meer verliert. Khao Lak ist die Endstation ihrer knapp dreiwöchigen Reise. 
 

«Krung Thep» — oder Zuhause ankommen

Angefangen hat alles in Bangkok. Familie Stöckli wollte dem kalten Winter in der Schweiz entfliehen und beschloss kurzerhand, jenes Land für die Ferien zu wählen, das die Eheleute bereits gut kennen: Thailand. Christian Stöckli, oder Chris, hat hier fünf Jahre lang gelebt und gearbeitet — und seine Frau Nim kennengelernt. Mit dabei ist auch sein 14-jähriger Sohn Neil. Ihr Plan: das exotische Chinatown besuchen, shoppen in den riesigen Einkaufszentren, traditionelle Tempel besichtigen, auf den Wasserkanälen — so genannten Klongs — eine Bootsfahrt machen. Und, ganz wichtig: dinieren in den weltberühmten Strassenküchen der Metropole. So beginnt der erste Tag mit einem Spaziergang durch Chinatown, entlang der Yaowarat Road, und von dort aus in die kleinen, engen und manchmal auch muffelnden Gässchen. Den Besuch in einer alten chinesischen Apotheke beschreibt Chris als «für Laien leicht schockierend, aber unvergesslich». Nebst getrockneten Kräutern werden in den Medizinläden auch eingelegte Reptilien ausgestellt. Sie gehören in diesem Stadtviertel zum normalen Angebot. Samstags und sonntags lohnt sich ein Besuch auf dem Thieve‘s Market, wo Händler ihre Made-in-China-Produkte, Secondhandartikel und sonstiger Krimskrams anbieten. 
 

Den zweiten Tag nutzt Familie Stöckli, um ausgiebig zu shoppen. Das mehrstöckige Einkaufszentrum MBK (Ma Boon Khrong Center), ist nicht nur bei Touristen beliebt, sondern auch bei Thais. Sei es, um Schnäppchen zu ergattern, ins Kino zu gehen oder um sich in einem der vielen Restaurants und Cafés von der schweisstreibenden Hitze draussen abzukühlen. 

Der dritte Tag verfliegt schnell: Begleitet von einem einheimischen Guide gehen Chris, Nim und Neil auf Entdeckungstour: Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hoppen sie von einem beeindruckenden Tempel zum nächsten und gleiten auf einem gemieteten Longtailboat über die Klongs. Am Abend steht — zumindest auf den ersten Blick — eine Mutprobe an: Essen in den bangkoker Strassenküchen. Doch Chris und vor allem seine Frau sind ortskundig und wissen, wo es an der Sukhumvit Road die feinste Nudelsuppe und die zartesten gegrillten Hühnchen gibt. 

Unterwegs nach Norden

Die zweite Woche ihrer Ferien ist die abenteuerreichste: Mit verschiedensten Verkehrsmitteln reisen die Stöcklis in Richtung Norden, nach Chiang Mai. Die Fahrt von Bangkok nach Kanchanaburi dauert nicht lang. Einen kurzen Teil der Strecke legen sie mit der Thailand-Burma-Eisenbahn zurück. Bekannt ist diese als «death railway» durch die Filme «Die Brücke am Kwai» und «Gefangen in der Hölle». Tatsächlich hat die Eisenbahn eine bedauerliche Vergangenheit: Gebaut wurde sie im Zweiten Weltkrieg von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen auf Befehl der kaiserlichen Japanischen Armee hin. Die Brücke am River Kwai gibt es wirklich — die Familie Stöckli überquert sie kurz vor der Ankunft am Tagesziel Kanchanaburi. Übernachtet wird in einem Float House, einem sehr komfortablen, schwimmenden Bungalow auf dem Fluss.

Am darauffolgenden Tag geht es weiter nach Ayutthaya, einst Hauptstadt von Siam, wie Thailand früher hiess. Aus der ruhmreichen Vergangenheit existieren noch heute unzählige Sehenswürdigkeiten: die Ruinen des alten Königspalastes, die 19 Meter hohe goldene Buddha-Statue oder der in einem alten Baum eingewachsene steinerne Buddha-Kopf. Ganz nach thailändischer Art — freundlich lächelnd. Chris Stöckli war früher oft und gerne in Ayutthaya. Der Ort steht für die traditionsreiche und weit zurückreichende Vergangenheit Thailands. Beim Besuch des modernen Bangkoks gerät diese leicht in Vergessenheit. 

Tempelruinen erwarten die Stöcklis auch in Sukhothai, ihrem nächsten Stopp. Auf dem Velosattel durchqueren die drei den historischen Park, welcher durchzogen ist von kleinen, mit Seerosen und Lotusblüten bedeckten Teichen. In ihnen spiegeln sich die Tempel vergangener Zeiten und erzeugen eine verkehrte Welt. 

Je weiter nördlich die Stöcklis gelangen, desto milder wird das Klima, gemächlicher das Tempo und noch freundlicher die Menschen. So zumindest empfindet es Chris. In Chiang Mai gönnt sich die Familie eine kurze Auszeit und bleibt gleich ein paar Nächte, um Kraft zu tanken. Länger in Chiang Mai zu bleiben, lohne sich immer, finden sie. Sei es, um die für Westler etwas kitschig geratene Tempelanlage Doi Suthep zu besuchen, mit dem Velo die Stadt zu erkunden, sich durch die Speisekarte seines Lieblingsrestaurants zu schlemmen und abends durch den Night Bazaar zu streifen. Nach einer Woche voller Tempel- und Ruinenbesuche ist die Vorfreude auf die letzte Ferienetappe besonders gross: es erwarten sie weisser Strand, wehende Palmkronen und kristallklares Wasser. 

Tage am Meer

Die Stöcklis fliegen von Chiang Mai nach Phuket und reisen von dort aus direkt ins Strandparadies Khao Lak. Hier lautet das Programm der ersten paar Tage gemütliches Nichtstun, Sonnenbaden und ab und zu in der badewannenwarmen Andamanensee schwimmen. Khao Lak ist nichts für Nachtschwärmer. Hier herrscht Ruhe. Der kleine Ort ist daher perfekt für Familien geeignet, oder auch für Leute, die der Hektik Bangkoks entfliehen wollen. Nach Tagen des Dolcefarnientes wird es Neil langweilig — ein Ausflug muss her. Vater und Sohn machen sich deshalb auf die Suche nach einem Fischer mit Longtailboat, das sie für einen Tag mieten können. Sie finden Chati, einen Einheimischen, der den beiden eine gute Schnorchelstelle im Süden bei der Halbinsel Khao Na Yak empfiehlt. Schnorchelausrüstung, Wasser und Snacks organisiert Chati in wenigen Minuten und schon sind sie auf dem kristallklaren Meer vor Thailands Küste, unterwegs zum Eldorado aller Unterwasser-Liebhaber. 

In nur knapp zwei Metern Tiefe entdecken Neil und Chris Tintenfische, Muränen und sogar ganze Fischschwärme. Einen besonderen Trick kennt Chris von früheren Schnorchelausflügen: Hat man Toastbrot dabei, stürmen die Fische von allen Seiten auf einen zu. Dieses Mal sind es blaue mit feinen gelben Streifen, schwarz-gelb gestreifte mit langen Rückenfinnen und graue mit langen Nasen. Neil ist begeistert — von Langeweile keine Spur mehr. Die nächsten Tage folgen Ausflüge auf die prachtvoll idyllischen Similan-Inseln und ein längerer Aufenthalt im Khao Sok Nationalpark. Ihre Bleibe: das Elephant Hills Camp. Man schläft in bequemen Zelten und geniesst beste Sicht auf die sanften Riesen. 

Köstlicher Abschluss

Und so gehen traumhafte Familienferien zu Ende: am Pakweep Beach, im Lieblings-Thai-Restaurant von Chris, Nim und Neil. Die Sonne ist untergegangen, vor Ihnen dampft köstliches Pad Thai, dazu ein Kaeng Phanaeng — ein scharfes Curry-Gericht — welches Chris so gern mag. Die Zehen berühren den kühlen Sand. «La gòn kráb» — auf Wiedersehen Thailand!

Aufgezeichnet von: Magdalena Ostojić und Jessica Feustle
Fotos: iStock, Thomas Kalak, Henning Heide

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