Auf Entdeckungs-Kreuzfahrt in Südostasien

Eine Schiffsreisen-Expertin trifft beinahe Orang-Utans

« Ich liebe jegliche Art von Schifffahrten – auf Flüssen, Seen, Meeren. Es ist perfekt, wenn nach einem Tag voller Eindrücke das Hotel zur nächsten Destination mitfährt »

- Cornelia Gemperle

Reiseexpertin

Cornelia Gemperle

Cornelia Gemperle ist seit über 23 Jahren bei Kuoni tätig. Als General Manager von Kuoni Cruises ist sie eine hochkarätige Expertin, wenn es um jede Art von Kreuzfahrten, Expeditionsreisen und Segeltörns geht. Einer ihrer faszinierendsten Reiserfahrungen bisher war eine Expeditionsfahrt nach Spitzbergen, eine zu Norwegen gehörende Inselgruppe in der Arktis. Es fehlt nur noch eine Reise in die Antarktis, um einen ihrer unerfüllten Reisetraum zu verwirklichen.

Cornelia Gemperle liebt das Schifffahren seit ihrer Kindheit – egal auf welcher Art Gewässer. Interessiert sie sich für eine neue Destination oder Region begibt sie sich also am liebsten per Kreuzschiff auf die Expedition: «Wenn man sich ausserhalb der Touristenmasse bewegt und am Abend nach abenteuerlichen Exkursionen unzählige Eindrücke verinnerlicht, ist ein Hotel das mitfährt einfach der grösste Luxus!»

Auf zur Kreuzfahrt-Expedition!

Im Frühsommer schifft Cornelia in Bali gespannt auf die «Silver Discoverer» ein, sie hat die Kreuzfahrt «Entdeckung entlegener Reiseziele in Südostasien» gebucht. Ihre Erwartungen an das Schiff werden nicht enttäuscht. Es bietet Platz für 120 Gäste – eine ideale Zahl für Expeditionsfahrten. Bevor die Reise beginnen kann, wird die obligatorische Seenotrettungsübung durchgeführt – danach geht es endlich los in Richtung Ziele, die Cornelia alle noch nicht kennt. 

Auf Komodo, der indonesischen Insel die für ihre Warane bekannt ist, geht es auf die erste Expedition. Obwohl Komodo eine eher trockene Insel ist, regnet es beim ersten Landgang, der in Vierergruppen begangen wird – was in einer Art kosmischer Gerechtigkeit immerhin viele farbige Schnecken ans Tageslicht bringt. Auch Hirsche und Wildschweine sind zu sehen – ein gelungener Start in die Expeditionsreise.

Die zweite Station ist Sulawesi – das Schiff befindet sich noch immer in Indonesien. Hier auf dem Programm: ein zweitägiger Ausflug mit Übernachtung an Land. Bei einem herrlichem Sonnenaufgang geht es steil und kurvenreich hinauf über einen Pass in Richtung Land der Torajas. Das Volk der Toraja lebt noch viele uralte Bräuche – einen davon, die Verabschiedung eines bedeutenden Verstorbenen, erlebt die Expeditionsgruppe spontan mit. Ansonsten sind die zwei Tage geprägt von Fahrten durch grüne Reisfelder und –Terrassen, dem Genuss lokaler Gerichte und dem Besuch eines Viehmarktes.

Auch die Tage und Nächte auf See sind nicht langweilig: Es gibt Vorträge, die thematisch auf die Expeditionen eingehen, man erfährt viel über die Völker der Region, ihre Traditionen und ihre Systeme. Daneben gibt es einen Fitnessraum, bequeme Schattenplätze um ein Buch zu lesen oder den Blick aufs Meer schweifen zu lassen. Und schliesslich köstliche Verpflegung die für Wanderungen an den Landgang-Tagen Energie spendet.

Als nächstes wird Kakaban Island angesteuert. Die kleine Insel liegt vor Kalimantan, dem indonesischen Teil von Borneo. Diese Gegend ist bei Tauchern sehr beliebt, weil sie eine intakte und wunderschöne Unterwasserwelt bietet. In Sabah, dem nordöstlichen Teil Borneos, besteht die Möglichkeit, an einem Trekking im Nationalpark teil zu nehmen. Der Weg zum Gipfel ist beschwerlicher als erhofft, Äste, Lianen und Baumstämme sind Hindernisse – und eine hübsche, kleine, türkisfarbene Schlange stellt sich im Nachhinein als giftige grüne Viper heraus.

Auf der nächsten Station der Reise - Sandakan, Sabah, Borneo - jetzt in Malaysia - liegen viele Erwartungen: Cornelia hofft, hier im Regenwald Orang Utans zu sehen. Mit kleinen Booten fahren die Expeditionsteilnehmer vom Meer zum Flussdelta des Kinabatangan Rivers. Wunderschöne Natur, die stellenweise an den Amazonas erinnert. Die Ufer sind gesäumt von riesigen Palmöl-Plantagen oder Laubbäumen. Als erstes werden einige heimische Nasenaffen gesichtet. Nachdem die Passagiere auf kleinere Boote umgestiegen sind und weiter Flussaufwärts fahren, sollen auch die Orang-Utans nicht mehr weit sein. Ein heftiges Gewitter inklusive Wasserschöpfen und der Aufnahme von Passagieren aus einem anderen Boot lenkt jedoch tüchtig von der Späherei in die Landschaft ab. Die Fischreiher am Flussufer sehen alle sofort, aber für andere Tiere braucht es einen genauen Blick – für die Schlange im Baum, den Waran auf dem Ast, die bunten Kingfisher und die seltenen Hornvögel mit gelb-rotem Schnabel im Laub. Nur der Orang-Utan, der lässt sich nicht blicken. Aber das Wissen, das man sich eben nicht in einem Zoo, sondern in überwältigend schöner Natur mit eigenem Willen befindet, tröstet darüber hinweg. Und komplett ausgesöhnt sind die Teilnehmer der Expedition, als sie auf dem Rückweg an die dreissig Elefanten beim Baden beobachten können. 

Zurück an Bord der «Silver Discoverer» tauschen sich die Gäste des Kreuzschiffs über ihre Erlebnisse aus. Cornelia schätzt diesen Nebeneffekt bei eher kleinen Kreuzfahrtschiffen sehr: «Gerade wenn man alleine reist, findet man ungezwungen Anschluss, und freundet sich mit anderen Reisenden an. So kann man Eindrücke und Erlebnisse teilen, hat aber trotzdem seinen eigenen Rhythmus.»

Über Nacht passiert das Schiff die Grenze und legt am Pier von Puerto Princesa an. Minibusse fahren über saftig grüne Pässe bis an die Westküste der Insel, dort wird auf kleine typische Holzboote umgestiegen. Diese Einbaum-Katamarane fahren zu einem unterirdischen Fluss. Ein riesiges Höhlensystem mit beeindruckenden Steinformationen ist dort Heimat von Fledermäusen und kleinen Spatzen.

Die Einfahrt in Coron auf den Philippinen kann von Deck mit dem Morgenkaffee erlebt werden. Cornelia ist froh, dass sie früh aufgestanden ist: «Was für eine Märchenwelt! Wir gleiten an malerischen Hügeln, die aus dem Meer ragen, vorbei. Obwohl der Himmel voller schwarzer Wolken hängt, bleibt uns ein Unwetter erspart. Und auch hier werden wir, wie oft in den letzten Tagen, mit grossem Aufwand empfangen und kriegen eine Halskette aus Muscheln um den Hals gehängt.»

Nach dem herzlichen Willkommen wird in einem See mit glasklarem Wasser in den Bergen gebadet. Gekrönt wird der entspannte Ausflug mit einem Strand-BBQ – die Vorfreude darauf ist gross. Mit kleinen Booten geht es an einen kleinen, einsamen Strand mit kitschig türkisfarbigem Wasser. Nach dem Schmaus mit Krabben, Grilladen, Reis, Salat und Dessert kommen sich die Gäste vor wie im Paradies: Die Stimmung ist ausgelassen, jeder tummelt sich im Wasser und geniesst ein weiteres Bad.

Der zweitletzte Landgang der Reise bringt die Reisenden nach Aparri auf den Philippinen. Einige Gäste sind etwas müde von all den Erlebnissen der letzten Tage und entscheiden sich, an Bord zu bleiben. Die «Silver Discoverer» liegt auf Reede vor Aparri, im Norden der Insel Luzon. Immer wenn das Schiff ankert, fährt ein Scout Boot mit dem Expeditions-Team zum Land. Dieses Mal müssen die Zodiacs vom Meer aus in eine Flussmündung, um an den Pier der Stadt zu gelangen. Dort wartet eine Überraschung auf die Expeditions-Teilnehmer: Von Booten und vom Ufer aus winken ihnen die gastfreundlichen Philippinos zu. Beim Steg wartet ein grosser Menschenauflauf, die Stadt ist festlich geschmückt. «Sind die etwa wegen uns da?» denkt Cornelia. Kaum hat sie ihre Schwimmweste ausgezogen, schüttelt sie unzählige Hände: die der Bürgermeisterin, des Tourismusministers und vieler mehr. Dabei ertönt rythmische Musik und Kinder in bunten Kostümen geben Tanzdarbietungen zum Besten. Die Mitreisenden sind den Tränen nahe; selbst solche die viel reisen und schon fast alles gesehen haben, sind beeindruckt ob der Herzlichkeit und Freude des Empfangs auf Aparri. Es fällt schwer, sich hier zu verabschieden – aber es warten Ausflüge zum nördlichsten und östlichsten Leuchtturm der Philippinen oder zu den Höhlen von Penablanca mit ihrer unterirdischen Kirche.

Nach einem Tag auf See merkt man bei der Einfahrt am neuen Ziel sofort, dass man in in einem anderen Land angekommen ist. Der Anblick von Hualien in Taiwan erinnert fast ein wenig an Zuhause. Oje, ein Zeichen, dass die wunderbaren Ferien bald zu Ende sind… Der Ausflug führt in den nahe gelegenen Taroko-Nationalpark. Die Reisenden hoffen natürlich, auf den letzten Wanderungen der Expedition nochmal einige Tiere zu erspähen – eine Schlange, grosse bunte Schmetterlinge und viele schöne Blüten erfüllen die Erwartungen. Der Nationalpark ist üppig grün und voller tiefer Schluchten. Zudem scheint er auch bei den Einheimischen ein beliebtes Ausflugsziel zu sein – die Expedition begegnet etlichen Bussen und Gruppen. Müde geht es am Abend zurück aufs Schiff: Am letzten Abend vor dem Ausschiffen in Keelung, Taipeh zeigt der Bordfotograf ein Video der Expeditionen und lässt so alle Gäste nochmal an die wunderschönen Orte zurückkehren.

Aufgezeichnet von Priska Hofmann
Fotos: Cornelia Gemperle / Kuoni Reisen AG

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