Im Slum von Jahangirpuri bei der indischen Hauptstadt Delhi wohnen eine halbe Million Menschen zusammengepfercht auf engstem Raum. Rund die Hälfte davon leben vom Müll. Die Menschen sammeln, sortieren und verkaufen für ein paar Rappen pro Kilo den Abfall der Grossstadt. Damit die Familien überleben können, müssen bereits die vierjährigen Kinder mit ihren flinken Händen beim Müllsammeln und -sortieren helfen. «Die Kinder werden damit ihrer Zukunft beraubt. Oftmals werden die Abfallsammlerkinder gar nicht in öffentliche Schulen aufgenommen, und wenn, dann haben sie grosse Schwierigkeiten, dem Unterricht zu folgen», erzählt Akbar Ali, Projektleiter bei Chetanalaya.
So heisst die Caritas-Organisation in der unaufhaltsam wachsenden 15-Millionen-Stadt Delhi. Akbar Ali setzt sich zusammen mit den betroffenen Eltern dafür ein, dass die Schule auch gegenüber diesen ärmsten Kindern ihre Pflicht wahrnimmt und ihnen die Einschulung nicht verwehrt. Damit die Abfallsammlerkinder dann auch mithalten können, besuchen sie zwei Jahre lang Vorbereitungs- und Stützkurse bei Chetanalaya. Ein Grossteil von ihnen schafft danach den Übertritt in die öffentliche Schule problemlos. Die kleinsten werden in Kinderkrippen und Kindergärten betreut und so auf die Schule vorbereitet.