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Panamakanal - ein Wunderwerk der Technik. 20-tägige begleitete Kreuzfahrt inkl. Flug ab/bis Schweiz.

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Reisebericht: Panamakanal - ein Wunderwerk der Technik

Der von Menschenhand erschaffene Panamakanal erstreckt sich über 82 Kilometer von Balboa, einem Vorort von Panama-Stadt an der Pazifikküste, bis nach Colón an der karibischen Atlantikküste. Am 15. August 1914 eröffnet, feierte der Kanal soeben sein 100-jähriges Bestehen und gilt als Meilenstein in der Seefahrt, erspart er doch 15 000 Kilometer Seefahrt rund ums Kap Hoorn. Die Bauarbeiten dauerten von 1906 bis 1914; diese forderten wegen Unfällen oder Krankheiten über 5500 Todesopfer. Seit der Eröffnung blieb der Kanal aber auch nicht unberührt vom Weltgeschehen; erst 1960 willigten die USA ein, neben der Flagge der USA auch jene von Panama zu hissen. Es dauerte schliesslich bis zur Jahrtausendwende, bis der Panamakanal den «Panameños» übergeben wurde.

Es ist frühmorgens kurz vor 7 Uhr, und wir liegen mit der Norwegian Pearl in der Bucht vor Panama City. Der Himmel zeigt sich tiefblau. Die Sonne steigt langsam am Horizont auf und über der Skyline rechts von uns liegt leichter Dunst. In der Bucht wartet eine Vielzahl von Frachtschiffen auf ihre Freigabe für die Kanalfahrt. Der Kapitän hat uns informiert, dass unsere Durchfahrtserlaubnis auf 7 Uhr angesetzt ist – deshalb ist frühes Aufstehen angesagt. Den ersten Kaffee habe ich bereits an Deck getrunken, bei einer angenehmen Aussentemperatur von 25°C. Am Nachmittag klettert das Thermometer bestimmt auf 30°C, und die tropische Luftfeuchtigkeit treibt mir den Schweiss auf die Stirn. Aber das ist mir egal – den Tag dieser Durchfahrt sehne ich schon lange herbei, und darum werde ich die meiste Zeit draussen an Deck verbringen. Dieses einmalige Erlebnis möchte ich keinesfalls verpassen!

Unsere gesamte Reisegruppe scheint schon auf den Beinen zu sein. Den Fritz habe ich auch schon gesehen. Er ist schon seit dem Vorabend ganz aus dem Häuschen! Er hat mir erzählt, dass die Fahrt durch den Panamakanal ein lang ersehnter Traum ist, den er sich nun als Pensionär am heutigen Tag verwirklichen kann.

Kurze Zeit später bestaunen wir die massive Stahlwerkkonstruktion der Las-Americas-Brücke. Vier Fahrspuren verbinden auf 177 Meter Höhe und 1654 Meter Länge den nördlichen und südlichen Teil des amerikanischen Doppelkontinents. Der eigentliche Kanal beginnt unmittelbar danach. Nur 6 km weiter befinden sich die Miraflor Schleusen. Das Schauspiel kommt uns vor wie eine Warteschlange an der Waschstrasse. Vor uns fährt nun ein grosses Frachtschiff in die Schleuse rein. Das heisst, «fahren» ist nicht ganz korrekt, denn dem Frachter werden links und rechts Stahlseile angelegt, sodass er von den Loks beidseitig in die Schleuse geschleppt wird. Danach schliesst das Schleusentor. Wir warten und geniessen einen fantastischen Ausblick. Als wir eine halbe Stunde später von den Elektro-Loks in die Schleuse getreidelt werden, muss ich schmunzeln. Der Lokführer schaut aus seinem kleinen Fenster zu uns hoch – ein Panamese mit breitem Grinsen –, genau so habe ich mir immer Lukas, der Lokomotivführer aus «Jim Knopf», vorgestellt. Die Schleuse schliesst sich hinter uns und langsam sinken wir Zentimeter um Zentimeter ab. Steuerbord wie Backbord kommen die Schleusenmauern immer näher. Einige Minuten später öffnet sich das gewaltige Stahltor vor unserem Bug, und wir haben die erste Schleuse passiert. Fünf weitere erwarten uns bis zum Abend. Wir sind immer rechtzeitig an Deck, um keine Schleusenpassage zu verpassen, und haben sogar das Mittagessen verschoben.

Fritz ist total begeistert und euphorisch, und wir haben auf dieses einmalige Erlebnis nach dem Mittagessen mit einem Glas Sekt angestossen. Insgesamt werden wir dank den Schleusen an diesem Tag 26 Meter absinken. Eine üppig grüne Uferlandschaft begleitet uns auf den vielen Kilometern zwischen den Schleusen. Wir haben dank einem Feldstecher einige Krokodile am Ufer entdecken und exotische Vögel beobachten können. Etwas weniger ästhetisch war die Sicht auf die grossen Baustellen für die Erneuerungen am Kanal. Bis 2016 sollten die neuen modernen Schleusen endlich in Betrieb genommen werden, damit auch Schiffe der sogenannten «Neopanamax» Grösse diesen «shortcut» nutzen können. Für Touristen ist diese neue Passage dann wohl eher weniger attraktiv; denn genau diese alte Technik und das Wissen um die Mühen und Opfer dieses Jahrhundertbaus machen den Mythos um diesen Kanal so perfekt.

Am späten Nachmittag erweitert sich der Kanal vor uns zu einem riesigen See. Ab und zu ragt eine kleine grüne Insel über die Wasseroberfläche hinaus. Dies kommt nicht von ungefähr. Der Gatun-See ist kein natürlicher See. Er wurde für den Bau des Panamakanals durch Aufstauung des Río Chagres und den Bau des Wasserkraftwerks sowie des Gatun-Damms geschaffen. Die gleichnamigen Schleusen ebnen unseren Weg in die Karibik.

Die Dämmerung setzt bereits ein, als wir in diese einfahren. Das Spektakel ist immer noch gleich faszinierend wie vor acht Stunden. Ein Tag mit vielen schönen Eindrücken und rundum zufriedenen Passagieren neigt sich dem Ende entgegen. Es dauert nicht mehr lange und wir erreichen die karibische Küste. Ein ganz besonderes Souvenir dieses wunderbaren Tages trägt der Fritz davon: Leuchtend rot grinst er mich an diesem Abend an. Vor lauter Aufregung hat er vergessen, seine Nase und die erweiterten Geheimratsecken mit Sonnenschutz einzucremen. Aber ihm ist das egal! Er wird sich mit oder ohne Sonnenbrand noch lange Zeit an das Erlebnis Panamakanal zurückerinnern.

Hier noch ein Geheimtipp meinerseits: Als Lektüre für diese Reise empfehle ich den Klassiker von Gabriel Garcia Marquez: «Die Liebe in den Zeiten der Cholera», einfach perfekt!

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